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Es gibt viele gute Gründe, weshalb Geistige Heilung sich zu einer überaus wertvollen Ergänzung unseres Gesundheitssystems entwickelt. Gerade weil es sich nicht nur um eine weitere Heilmethode oder Technik handelt, sondern um ein wachsendes Verständnis unserer eigentlichen Natur als Geistige Wesen, können tiefe Geistige Heilungsprozesse das Leben eines Menschen von Grund auf verändern. Um diese Potenziale voll ausschöpfen zu können, bedarf es jedoch der inneren Bereitschaft, sich furchtlos mit der Endlichkeit des körperlichen Daseins auseinander zu setzen. Vielleicht kann gerade da Geistige Heilung ihren wertvollsten Beitrag leisten: Indem wir die Unbegrenztheit, die Ewigkeit unseres Lebens als Geistseelenwesen erkennen, können wir dem Tabuthema Tod seinen Stachel nehmen - und damit das größte Hindernis für ein erfülltes Leben in einen Quell tiefer Selbsterkenntnis und Transformation verwandeln.
Häufig wenden sich Menschen Geistiger Heilung zu, wenn die Schulmedizin ihnen nicht mehr weiterhelfen kann. Sie kommen in der
Hoffnung auf das Wunder der Heilung, was oft auch eintritt. Immer wieder trifft man auf Menschen, die als vernichtend empfundene
medizinische Prognosen schon Jahre überlebt haben.
Aber nicht jedem kann auf der körperlichen Ebene geholfen werden. Und selbst wenn eine Krankheit geheilt und das Leben vielleicht um
Jahre oder gar Jahrzehnte verlängert wurde - irgendwann wird irgendeine Krankheit zum Tode führen. Die Gesetzmäßigkeiten von Werden
und Vergehen allen verkörperten Lebens können nicht außer Kraft gesetzt werden. Und das hat seine tiefe Bedeutung, die es zu erkennen
gilt, wenn wir uns aus den Fesseln der Todesangst befreien wollen.
In diesem Sinn kann die Krankheit zu einer bedeutsamen Lehrerin werden. Ihr Wert liegt gerade darin, dass sie uns die Begrenztheit
unserer körperlichen Existenz schmerzhaft vor Augen führt. Damit rüttelt die Krankheit uns auf; sie fordert uns ab, uns auf das
Wesentliche zu besinnen, intensiv im Hier und Jetzt unsere Potenziale zu leben.
Das alleine reicht aber nicht - auch wenn es unsere Lebensqualität beflügelt, wenn wir jeden Augenblick so intensiv leben,
als könnte es unser letzter sein. Wirkliche Befreiung aus den Fesseln der Todesangst wird jedoch erst dann erfolgen, wenn wir
uns mit zunehmender Erkenntnis unserer wahren Natur als Geistige Wesen von der schmerzhaften begrenzenden Identifikation mit
unserem Körper lösen können. Doch wie kann diese innere Ablösung erfolgen? Wie können wir unsere wahre Natur als Geistige Wesen
begreifen?
"Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?"
Der Bedeutungsverlust etablierter Religionen hat in solchen zentralen menschlichen Fragen wie der des Weiterlebens nach dem Tod ein
spürbares Vakuum erzeugt. Das Vertrauen in ehemals nicht angezweifelte Glaubensinhalte ist weitgehend verloren gegangen; neue
lebendige Werte vermochten traditionelle Institutionen zumeist nicht zu vermitteln. Die stark materialistisch geprägte Werteordnung
hat in ihrer Ignoranz spiritueller Werte zur Verunsicherung und Vereinsamung vieler, gerade sensibler Menschen geführt.
Als Konsequenz der von den Gesellschaften, ihren Kulturen und Wissenschaften vermittelten materialistischen Grundwerte ist der
menschliche Körper zur einzig greifbaren Realität geworden. Folgerichtig hat sich der Körper zum Kultobjekt entwickelt; sein
Aussehen, seine Jugend und in neuerer Zeit auch seine orgastische Potenz sind zum Fetisch materialistisch geprägter Lebensformen
geworden. Geist und Seele führen in dieser Sicht menschlichen Lebens nur ein Schattendasein, was sich zum Beispiel in den weltweit
dominanten Gesundheitssystemen alter Prägung zeigt. Wenn der Körper die einzige Realität ist, stehen zwangsläufig seine Symptome im
Vordergrund. Der Blick auf mögliche geistige und seelische Ursachen scheint dann irgendwie versperrt, wie zugenagelt. Nur so ist
beispielsweise zu erklären, dass Hunderte Milliarden Dollar, seit dem Zweiten Weltkrieg zur Erforschung der Volksseuche Krebs
eingesetzt, bislang nur klägliche Resultate gebracht und den Vormarsch dieser Krankheit nicht gestoppt haben.
Wäre der Blick auf Geist und Seele vom herrschenden Paradigma nicht ausgeschlossen, könnte die Parallelität der wuchernden
Krebsgeschwulst zur materialistischen Ideologie des "mehr und mehr" nicht unbemerkt bleiben.
Wie können Menschen damit umgehen, wenn sich die Hoffnungen auf eine Heilung des Körpers nicht erfüllen? Wie kann man sich selbst
helfen und wie können wir Anderen einem konkret Betroffenen helfen? Wie kann ein Mensch an der bitteren Realität des bevor stehenden
Todes wachsen, statt an ihr zu verzweifeln?
Wahre Hilfe und Heilung kann nur darin bestehen, dem Tod mutig ins Auge zu schauen und dabei das in uns zu erkennen, was nicht
stirbt - unser jeweils individuelles Seelenbewusstsein, das nach dem Verlassen des Körpers in die spirituelle Sphäre zurückkehrt,
bis zur nächsten Inkarnation.
Gebet und Meditation können uns dabei helfen, tiefe Einsichten in unser Leben zu gewinnen, das mit dem Tod des Körpers zu seinem
Höhepunkt kommt - dem Übergang des Geistes in die spirituelle Dimension. Vielen Menschen bleiben jedoch solche Einsichten in die
tiefere Natur des menschlichen Daseins versperrt. Nachdem sie wie die Meisten den kindlichen Glauben früherer Zeiten verloren haben,
werden sie nun vom Zweifel regiert, der die Erkenntnisse der Naturwissenschaften als zumeist einzige Sichtweise unserer Welt
akzeptiert. Nach diesem Verständnis ist die Lebensreise jedoch mit dem Zerfallen des Körpers in seine Elemente unwiderruflich beendet.
Damit aber wird der Tod zur gefürchteten Endstation, hinter der sich das Nichts und damit der blanke Schrecken verbirgt.
Wahrer Trost und inneres Wachstum sind auch und gerade angesichts von Todesangst und Verzweiflung möglich! Wir können nicht mehr
aufschieben, uns nicht mehr durch all die vermeintlich so wichtigen Dinge des Lebens betäuben und von der Suche nach der Wahrheit
abhalten lassen. Hier können Geistige Heilungsprozesse ihre Wirkung entfalten.